
Künstlerischer Werdegang
Manon Aubry ist eine 1993 in Haute-Saône geborene Malerin, die aus einer Arbeiterfamilie stammt.
Am 11. März 2011, einen Tag nach ihrem 18. Geburtstag, wurde ihr künstlerischer Werdegang auf eindrucksvolle Weise besiegelt: Als begeisterte Ökologin verfolgte sie auf den Bildschirmen die Katastrophe von Fukushima Daiichi. Diese Explosion war für sie ein innerer Wendepunkt: In diesem Moment beschloss sie, sich von allen vorgegebenen Wegen zu lösen, um das Schöpferische und das Denken zu den wichtigsten Gestaltern ihres Lebens zu machen und sich ganz diesen zu widmen.
Künstlerischer Schwerpunkt
Manon Aubry ist Autodidaktin und arbeitet ausschließlich mit Ölfarben: Ihre Kunst verbindet präzise Figuration mit einer symbolischen, reichhaltigen und offenen Ausdrucksweise, bei der das Bild niemals als einzige Botschaft auftritt. Sie komponiert Porträtlandschaften, oft im Großformat: Das Gesicht wird dabei zu einem Territorium, das von gegensätzlichen Kräften zwischen Innerlichkeit und sinnlich wahrnehmbarer Welt durchzogen ist. Bänder, Wasser, Wolken, Tiere und Blüten zirkulieren darin wie sichtbare Gedanken und weben Verbindungen.
Für sie gelangt der Mensch niemals zur vollständigen Realität; die Leinwand wird so zu einem Raum der Wahrnehmung, des Zweifels, der philosophischen Fragestellung und der Projektion; kurz gesagt, der Selbstfindung: Jeder Betrachter ist eingeladen, seine eigene Lesart, seine eigene Resonanz, seine eigene Erfahrung, seine eigene „Wahrheit” einzubringen: Der Blick verweilt auf Details, schweift ab und setzt dann seine eigene intime Erzählung zusammen.
Die Künstlerin erforscht das Menschsein – seine Verletzlichkeit und seine Kraft –, das den unendlichen Metamorphosen der Realität unterworfen ist: Verletzung und Katastrophe werden zu Übergang, Keimung, Verwandlung. In ihren Gemälden spielt sich eine permanente, fruchtbare Spannung ab: Sie oszillieren zwischen Schönheit und Schwindel, Sanftheit und Gewalt, Klarheit und Zukunftsmöglichkeiten, Gedanken und Bewegung.
Für Manon Aubry ist das Schaffen Ausdruck eines ursprünglichen Lebensimpulses, einer absoluten existenziellen Notwendigkeit; für sie ist es ein Akt des poetischen Widerstands, der innere Bewegungen sichtbar macht und in einer Zeit, in der die Welt lautstark ins Wanken gerät, die Möglichkeit eröffnet, dass Schönheit, Gerechtigkeit und Harmonie bestehen bleiben. Kurz gesagt, die Möglichkeit, dass das Leben auf der Erde weiterbesteht.
Zurückliegende Ausstellungen
• 2017 : 25ème exposition de peinture et de sculpture du Grand Kursaal de Besançon - (Prix spécial du jury, prix du public).
• 2024 : Art et Patrimoine, Luxeuil-les-Bains - (1er prix de peinture).
• 2025 : « La Vie sur Terre » - exposition personnelle à La Galerie des Martyrs, Besançon.
